
Die Hainbuche (Carpinus betulus), die zur Familie der Birkengewächse gehört, war bereits vor ca. 10 Millionen Jahren in Europa heimisch, sie ist jedoch erst seit ca. 3000 Jahren als Folge des zurückweichenden Eises der letzten Eiszeit in die Gebiete nördlich der Alpen zurückgekehrt. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von den Pyrenäen bis nach Südskandinavien und ins westliche Asien. Sie gedeiht bis in Höhenlagen von 1100 m (in den Alpen).
Obwohl auch ihre alten deutschen Namen ( Hagebuche, Steinbuche, Hornbuche, Weißbuche) auf eine Verwandtschaft mit der Rotbuche hindeuten, gehört sie eindeutig zur Familie der Birkengewächse. Die Ähnlichkeit ihrer Blätter mit der Rotbuche hat zu der Namensgebung geführt. Doch im Gegensatz zu ihr hat die Hainbuche am Rand doppelt gezähnte Blätter - die Blätter der Rotbuche sind glattkantig.
Obwohl sie bis zu 25m hoch werden kann, bildete sie nie eigenständige Wälder. Man findet sie vor allem als Halbschattenbaum in feuchten, nährstoffreichen Laubwäldern. Als besonders zäher Baum verträgt sie das Zurechtschneiden oder den Verbiß durch Wild wie fast kein Zweiter. So findet man sie heute auch als weit verbreitetes Heckengehölz. Außerdem eignet sie sich vorzüglich zur Bepflanzung von Waldrändern. Bis spät in den Winter hinein behält sie ihre Blätter und schützt dadurch gut vor dem eisigen Wind. Die Samen der Hainbuche sind wie bei Ahorn, Ulme und Esche mit Flügeln ausgerüstet, die der Wind oft kilometerweit von ihrem Standort fortträgt.
Das äußerst harte und zähe Holz neigt stark zum Reißen, Schwinden und Verwerfen. Aus diesem Grund wird es nur selten im Möbelbau eingesetzt. Erst in den letzten Jahren gewinnt es als Parkettholz zunehmend an Bedeutung - nicht zuletzt wegen der hellen Farbe und der Härte.
In früheren Zeiten wurde der "Eisenbaum" überall dort eingesetzt, wo hartes, unverwüstliches Holz gesucht wurde: als Maschinenteile in Mühlbetrieben, als Zahnräder, Speichen, Axtstiele, Hackklötze und Butterfässer. Von dieser Eigenschaft lässt sich dann auch leicht auf den heute noch üblichen Begriff "hanebüchen" zurückschließen: Er kommt aus dem alten mittelhochdeutschen "hagebüechin" und bezeichnet derbe und grobklotzige Menschen.