Kiefer (Fam. Pinaceae)

Kiefer - Copyright 2002-2004, Sherwood Digital, Sherwood, Oregon, USA, All Rights Reserved Mit über einhundert Arten wächst die Kiefer (Waldkiefer, Gemeine Kiefer - Pinus sylvestris) von Spanien bis nach Ostsibirien. Sie gilt als äußerst bescheidener Baum, der selbst im Norden des Polarkreises und in Höhen bis zu 2200 Meter gedeiht. Selbst auf kargem Fels mit wenig Humus ist sie zu finden. Aufgrund ihres genügsamen Umganges mit Wasser zählt sie deshalb ebenso wie die Lärche zu den Pionierbäumen.

Jeder kennt wohl die Rinde dieses dreißig bis vierzig Meter hohen Baumes: Im oberen Kronenbereich ist sie fuchsrot, während sie am Stammgrund schuppig, aufgerissen und dunkelbraun bis -grau ist. Die Kiefer stemmt sich nicht gegen den Wind, sie nimmt statt dessen seine Form an und wächst deshalb nicht kerzengerade wie zum Beispiel Fichte und Tanne. Sehr charakteristisch sind auch ihre Nadeln: Sie sind in Büscheln angeordnet, 3 bis 8 cm lang und blau bis graugrün. Sehr typisch ist ihr Harzgeruch. Die Waldkiefer ist einhäusig, das heißt, männlich und weibliche Blüten befinden sich auf demselben Baum. Die weiblichen Blüten sind dunkelrot und kugelig, die männlichen Blüten dagegen hellgelb. Die Kiefernzapfen sind 5 cm breit und 8 cm lang, grünlich - später dunkelbraun - und haben zurückgebogene Schuppen. In ihnen befindet sich der leichte Flugsamen, der sehr zu ihrer weiten Verbreitung beitrug.

Das Harz der Kiefer, gewonnen aus dem Stamm, ist seit jeher ein beliebtes Heilmittel. Es wirkt hustenreizstillend, antiseptisch, durchblutungsfördernd und beruhigend. Was wundert es da, dass es sehr oft als Tee, Badezusätze oder andere Heilmittel eingesetzt wurde? Aus dem Harz wurde - und wird teilw. noch heute - Pech, Lacke und Ölfarben hergestellt. Das bekannte Terpentinöl stammt aus dem Kiefernharz. Durch Destillation dieses Öl bekommt man Kolophoniumharz, eines der härtesten Naturharze, was sehr oft in natürlichen Ölen und Wachsen verwendet wird. Durch diese Harze brennen Späne auch besonders lange. In alten Schlössern wurden die sogenannten "Kienspäne" sehr häufig verwendet. Diese brannten teilweise bis zu zwei Stunden! Deshalb wurde sie früher auch Feuer- oder Fackelbaum genannt.

Kiefer Beim Kiefernholz können der Kern und Splint deutlich unterschieden werden: Der Splint ist weiß bis gelblich, der Kern dagegen rötlich bis dunkelrot. Das Holz ist weich und leicht, allerdings härter als Fichte und Tanne, und sehr harzreich. Es wird sehr oft im Möbelbau verwendet, ebenso zur Herstellung von Fenstern, Türen, Massivholzdielen und als Bauholz. Wird der Baum in der warmen Jahreszeit geschlagen, so wird er durch Pilzeinwirkung sehr schnell blau (Bläuepilz). Obwohl dies der Qualität des Holzes nicht schadet, ist es doch ein optischer Mangel.

Eine ganz besondere Kiefernart stellt die Grannenkiefer (Pinus longaeva), die in Kalifornien, Nevada und Utah wächst, dar. Sie wird auch "Methusalem-Baum" genannt. Hieraus lässt sich die besondere Charakteristik ablesen: dieser Baum wird alt wie Methusalem! Und zwar sage und schreibe mehrere Tausend Jahre alt. Einer dieser Kiefern ist tatsächlich 4700 Jahre alt! Damit stand sie schon vor Errichtung der Pyramiden in Ägypten! Gerade die extremsten Bedingungen bringen die ältesten Grannenkiefern hervor: Sand- und Eisstürme, Hitze, Wind und Schnee bis zu 2,7 m Höhe! Sie wachsen an steilen Hängen in Höhenlagen von 2700 bis 3500 m. Die ältesten Kiefern stehen am Nordhang, dort wo die Bedingungen am schlechtesten sind! Durch Ausscheiden großer Mengen an Harz wird das Holz sehr effizient vor Umwelteinflüssen geschützt. Kaum zu glauben, daß unter solchen Bedingungen Bäume so alt werden können. Nehmen wir uns ein Beispiel daran!