
Dieser 20 bis 30 Meter hohe Baum mit seiner breiten, rundlichen Krone liebt kalkreiche, feuchte Böden. Grob gesehen reicht das Verbreitungsgebiet der Rotbuche (Fagus sylvatica) von Südskandinavien bis nach Nordspanien, und im Osten bis ans Schwarze Meer. In Deutschland wachsen auf etwa einem Fünftel der Waldfläche Buche, die damit einer der am weitesten verbreiteten Bäume ist. Die Rotbuche gilt als "Mutter des Waldes", da sie mit der festen Verankerung ihres Wurzelwerks gut vor Stürmen schützt und ihr leicht zersetzbares Laub einen erstklassigen Humus liefert. Dieser Humus ist ein wahres Wundermittel für karge Böden. An heißen Sommertagen ist es in Buchenwäldern angenehm kühl. Haben auch Sie auch schon mal an solchen Tagen diese Kühle genossen? Dies kommt von den unzähligen Blättern der Buche, die im Sommer immense Mengen Wasser verdunsten: Bis zu 200 Liter pro Tag und Baum! In reinen Fichtenwäldern wird die Buche in den letzten Jahren auch wieder zunehmend eingesetzt, da sie resistent gegen Schädlinge ist und so dem rasanten Befall durch Borkenkäfer Einhalt gebieten kann.
Die Rinde der Buche ist glatt und silbergrau und nicht selten findet man auf ihr jahrzehntealte, eingeritzte Zeichen, die die Zeit fast schadlos überstanden haben. Die wechselständigen, eiförmigen Blätter sind 5 bis 10 cm lang, 4 bis 7 cm breit und leicht gewellt. Nur wenige Bäume haben so zarte Frühlingsblätter wie die Buche. Und gleich so viele: eine alte Buche hat bis zu 600 000 Blätter, dies entspricht einer Fläche von ca. 1200 Quadratmetern. Sehr bekannt und früher auch oft verwendet ist die Frucht der Buche, die "Buchecker". Sie ist etwa 2 cm lang und glänzend dunkelbraun. Die Buchecker keimt nur unter Laub, da sie zu den Dunkelkeimern zählt. Früher dienten die Früchte als beliebtes Mittel zur Schweinmast, da sie sehr fett und nährstoffreich sind. Ganze Herden von Schweinen wurden dann im Herbst in die Buchenwälder getrieben. Das aus den Bucheckern gepresste Öl enthält bis zu 40% Fett und wird auch zu Speiseöl verarbeitet. Die Asche des verbrannten Holzes wurde früher auch zu Seife verarbeitet. Außerdem ist sie ein hervorragender Dünger für den Garten. Ihre desinfizierende Wirkung ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Die Buchenblätter wirken kühlend und lindernd auf hitzigen Geschwüren. In der Homöopathie wird das Buchenpräparat bei schweren Magenleiden, bei Geschwüren und schweren Blutungen eingesetzt.
Das weißliche Holz mit seiner rötlichgelblichen Tönung ist sehr hart, neigt aber sehr stark zum Reißen. Buchenholz schwindet im Schnitt etwa doppelt so stark, wie das Holz anderer Bäume und ist deshalb "mit Vorsicht zu genießen". Trotzdem wird es sehr oft im Möbelbau und als Parkett eingesetzt. Weitere Verwendung findet es als Spielzeug, für Türen, als Furnier und im Treppenbau. Das Einsatzgebiet ist ausschließlich im Innenbereich, da Buchenholz insektenanfällig ist (nicht die Buche als Baum!) und kritisch auf andauernde Berührung mit Wasser reagiert. Sehr häufig wird heutzutage auch gedämpfte Buche verwendet. Diese schwindet dann weniger und hat eine intensive rötlichbraune Farbe.
Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang die Verwendung von "Mondholz". Dies geht auf die jahrhundertealte Tradition der Nutzung des Holzes - vor allem in Österreich - zurück. Danach hat Holz, geschlagen zu einer bestimmten Jahreszeit bei einem bestimmten Mondstand, ganz andere Eigenschaften als Holz, das wie heute üblich, irgendwann, irgendwo zum industriellen Einsatz geerntet wurde. Wenn Sie sich für dieses Thema interessieren, dann nehmen Sie sich mal die Zeit und lesen Sie das Buch von Erwin Thoma " Dich sah ich wachsen". Es lohnt sich!
Buchenholz gilt als elegant und unaufdringlich. Es schafft Klarheit und Ordnung und vermittelt Harmonie. Wie im Wald verträgt sich Buche sehr gut auch mit anderen Holzarten. So können Sie zum Beispiel auf einen Parkett aus Rotbuche auch sehr gut Möbel aus verschiedenen Hölzern stellen.